Ormos Galissas erwies sich als nette und schöne Bucht, bis um ca. 01.00 Wind aufkam und großer Schwell in der Bucht entstand. An ein Schlafen in den Kojen war kaum zu denken. Die Kinder versuchten an Deck und in Salon etwas zur Ruhe zu kommen. Unser nächstes Ziel Kythnos war 34 Meilen entfernt und so beschlossen wir zeitig in der Früh zu starten. Der Anker, der uns heute noch viel Freude bringen sollte, zog ein altes Eisenrohr mit nach oben, was wir nur mit viel Gemurkse wieder in die Fluten bekamen. Mit hohem Wellengang starteten wir bei den vorhergesagten 21 Knoten Wind. Sobald wir aus der Bucht raus kamen wurde dieser aber stärker und blies mit Spitzen von 57 Knoten. Auch der Wellengang war beachtlich. Mit dem Sturmfock und dem gerefftem Gross segelten wir gen Kythnos.

Den Jungs und uns war die anstrengende Nacht anzumerken und so musste sich der ein oder andere über die Reling erleichtern. Nach ca. 8 Meilen konnten wir mit der Fock den Kurs nicht mehr halten und so holten wir sie ein. Aufregung entstand dann noch einmal als wir einer Fähre, die unbeirrt ihren Weg vorsetzte ausweichen mussten. Bei so starken Böjen und bis zu 2m Wellen auch eine Herausforderung. Nach anstrengende viert Stunden erreichten wir dann die Nordspitze von Kythnos und machten erstmal in der geschützten Ormos Fikiadha Halt.

Auch um Emis Geburtstag bei einem Abendessen gebührend feiern zu können – unser ursprünglicher Plan in Fikiadha zu grillen wurde verworfen – machten wir uns gegen 17.00 auf den 2,5 sm langen Weg zum Hafen in Episkhopi. Die Fahrt dorthin kann man als Höllenritt bezeichnen, Hias meisterte die aber vorsichtig geschätzt bis zu 4 m hohen Wellen souverän. Die Jungs zeigten keine Angst aber Respekt vor der Natur. Im Hafen angekommen bekamen wir es dann mit den dortigen Fallwinden zu tun, die ein Anlegen sehr schwierig machten. Der erste Versuch längsseits wurde 10 m vor dem Pier abgebrochen, längsseits war durch die Winde nicht möglich. Also römisch-katholisch rein! Beim zweiten versagte die interne Kommunikation, der dritte und vierte konnte durch den nicht festsitzenden Anker nicht bis zum Schluss durchgeführt werden. Zudem löste sich die Ankerwinsch, was man in einer solchen Situation sehr gut gebrauchen kann. Dann erwischten wir bei Anker bergen die Kette unseres Nebenmannes, die nur durch eine Palstek-Leinen Konstruktion wieder gelöst werden konnte. Erst im fünften Versuch gelang es uns den Anker so einzugraben, dass wir mit dem Heck zum Pier eigentlich ganz ruhig die Nacht über liegen können. Die Einheimischen und die neben uns liegenden Kollegen gratulierten unserem Steuermann Tom und uns aber trotzdem aufrichtig zu unserem Manöver!

Nach einer Weile an Land meldete sich aber wieder der Hunger bei unseren Jungs und so konnten wir Emis Geburtstag noch gebührend feiern. Eigenartig ist aber, dass alle sehr gerne um 23.00 ins Bett gegangen sind…Die Väter wechseln sich alle zwei Stunden bei der Ankerwache ab… Die Ankerkette spannt zwar sehr gut aber sicher ist sicher.

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